APD

Adventistischer Pressedienst
  1. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Ukraine und Partnerorganisationen versorgen dreizehn Krankenhäuser in der Ukraine mit medizinischer Ausrüstung. Außerdem sollen Ärzte und Pflegepersonal im Umgang mit den gespendeten Geräten geschult werden, teilte das ADRA Regionalbüro für Europa mit.

    „In Zeiten des Kriegsrechts ist der Mangel an notwendigen Medikamenten und medizinischer Ausrüstung für die Bewohner der Ukraine ein existenzielles Problem“, so ADRA Europa. Daher lege das Hilfswerk besonderes Augenmerk auf die Bereitstellung medizinischer Hilfe.

    ADRA Ukraine habe sich mit der Tzu Chi Charity Foundation, einer buddhistischen humanitären Hilfsorganisation, und Airlink, einer Organisation für humanitäre Soforthilfe von Fluggesellschaften, zusammengetan. Das Hauptziel des gemeinsamen Projekts sei der Kauf und die Lieferung von medizinischer Ausrüstung an Stadt-, Regional- und Bezirkskrankenhäuser in und um Kiew. Nach Erhalt der medizinischen Ausrüstung würden die Partnerorganisationen Ärzte und Pflegepersonal im Umgang mit diesen Geräten schulen.

    ADRA Ukraine plane auch weiterhin medizinische Einrichtungen mit der notwendigen Ausrüstung zu versorgen, informierte ADRA Europa.

    Informationen (auf Englisch) über ADRA Ukraine: https://www.adra.ua/en/home-en/

    Informationen (auf Englisch) über die Tätigkeit des ADRA Regionalbüros Europa: https://adra.eu/

  2. Im südafrikanischen Johannesburg haben bewaffnete Diebe am vergangenen Wochenende einen Gottesdienst einer adventistischen Kirchengemeinde überfallen und die Gemeinde ausgeraubt. Das berichten übereinstimmend die katholische Nachrichtenagenturen KNA (Deutschland) und Kathpress (Österreich) sowie die unabhängige adventistische Zeitschrift Adventist Today(USA) auf ihrer Website. Der Angriff, der über den kircheneigenen Livestream im Internet übertragen wurde, sorgte in Südafrika für Entsetzen. Es war der zweite derartige Vorfall innerhalb weniger Wochen, wie lokale Medien laut KNA berichteten.

    Der Gottesdienst in der adventistischen Kirchengemeinde im Zentrum Johannesburgs wurde am Samstag, 26. November, von einer Gruppe von sechs bewaffneten Männern unterbrochen, die die Anwesenden als Geiseln nahmen und ihnen Bargeld und andere Wertgegenstände raubten. Adventisten feiern am Samstag, dem biblischen Sabbat, ihre Gottesdienste. Der Moment, in dem es begann, wurde auf dem Livestream-Video der Kirchengemeinde festgehalten, wo der Pastor erkennt, was passiert, die Predigt unterbricht und sich hinsetzt – wahrscheinlich auf Anweisung eines der Bandenmitglieder. Es ist keine Gewalt zu sehen.

    Laut des südafrikanischen MediumsNews24 sagte Polizeisprecher Colonel Noxolo Kweza: „Sie bedrohten die Gottesdienstbesucher mit Schusswaffen. Es wurde niemand verletzt und es gibt noch keine Festnahmen. Die Verdächtigen verließen später die Kirche“. Die Polizei fahndet noch nach den bewaffneten Verdächtigen.

    Der amtierende Provinzkommissar von Gauteng, Generalmajor Tommy Mthombeni, verurteilte den Angriff auf die Kirche mit den Worten: „Die Polizei wird alles tun, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Kirchenmitglieder sollten in Frieden ihre Gottesdienste abhalten können.“

    „Lass dich nicht vom Bösen besiegen …“

    Auf der Facebook-Seite der überfallenden Kirchengemeinde Johannesburg Central SDA Church wurde nach dem Vorfall gepostet: „Gott sei Dank wurde niemand verletzt, aber die Menschen wurden traumatisiert zurückgelassen.“ Danach wird ein Bibeltext zitiert (Römerbrief 12,19–21): „Nehmt keine Rache, holt euch nicht selbst euer Recht, meine Lieben, sondern überlasst das Gericht Gott. … Handelt vielmehr nach dem Wort: ‚Wenn dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen, und wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken. Dann wird es ihm bald leid tun, dein Feind zu sein.‘ Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern überwinde es durch das Gute!“ (Deutsche Übersetzung: Gute Nachricht Bibel)

    In einem späteren Facebook-Beitrag wurden den Gemeindemitgliedern seelsorgerliche Beratung sowie Gebet und Unterstützung angeboten; sie wurden auch ermutigt, sich gegenseitig zu unterstützen.

    Überfall mit Todesfolge im Oktober

    Laut KNA sei es bereits im Oktober in einem Johannesburger Township zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Dabei hatten Diebe in einer anderen Kirchengemeinde das Feuer auf Gottesdienstbesucher eröffnet. Ein Pastor starb, zwei Gottesdienstbesucher wurden verletzt.

  3. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA versorgt in Zusammenarbeit mit adventistischen Gesundheitsfachleuten und Freiwilligen der Autonomen Universität von Baja California/Mexiko, Migranten in Notunterkünften in Tijuana ärztlich und zahnmedizinisch.

    Tijuana ist einer der wichtigsten Grenzübergänge von Mexiko zu den USA. Das Projekt des ADRA-Notfallteams (ERT), mit dem Titel „Let's Go Together“, läuft seit März 2022 und zielt darauf ab, Migranten wöchentlich mit dringend benötigter medizinischer Hilfe zu unterstützen. Sie erhalten Informationen zur Ernährung, zahnärztliche Betreuung sowie psychosoziale Unterstützung. Für Kinder werden Workshops angeboten.

    Die Migranten haben ihre Heimatländer Haiti, Honduras, Nicaragua, Guatemala, El Salvador und andere Bundesstaaten Mexikos verlassen und suchen nun eine vorübergehende Bleibe, um in die Vereinigten Staaten zu gelangen, heißt es im Bericht der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift Adventist Review.

    „Dieser Dienst in den Notunterkünften hat eine starke Wirkung, denn jede Woche, in der wir mit dem ERT-Notfallteam von ADRA kommen, stellen wir fest, dass die Bedürfnisse so groß sind, dass die Unterstützung von viel mehr Freiwilligen erforderlich ist“, betonte Carlos King, Direktor des ERT von ADRA.

    „Wir haben jetzt ein [mobiles] Röntgengerät, mit dem wir den Zustand der Zähne eines jeden Patienten noch genauer beurteilen können, um ihn besser medizinisch zu versorgen“, sagte Josue Armenta, Koordinator des medizinischen Dienstes. Es würden noch weitere Geräte benötigt, doch es sei ein Segen, „dass wir jetzt schon so vielen Menschen helfen können“.

    Das ADRA-Projekt mit dem Titel „Let's Go Together“ soll in den kommenden Monaten auf größere Aktionen ausgeweitet werden und Migranten weiterhin medizinische Hilfe bieten.

  4. Ein Blick in die Welt von morgen wirft der Jurist, Politikwissenschaftler und Zukunftsforscher Daniel Dettling in seinem neusten Buch Eine bessere Zukunft ist möglich. Dabei bleibt er als Schüler von Matthias Horx ganz dem Positivismus treu und malt seinen Zukunftsentwurf in warmen Farben: eine Welt ohne Armut, Hunger, Klimazerstörung. Alles wird besser, so seine Überzeugung. Und tatsächlich stützt er sich in seinem paradiesischen Zukunftsentwurf auf aktuelle Forschungsergebnisse, die ihm Recht geben könnten. So ist sein Buch tatsächlich als Idee zu verstehen, die es nur zu verwirklichen gilt. Dettling fordert uns auf: „Verändern wir die Welt – und unseren Blick auf sie!“ (Widmung).

    Zum Inhalt

    Das Buch ist fast 200 Seiten stark und stellt fünf Zukunftswetten in je einem Kapitel vor, die von einer Einleitung und einem Epilog eingerahmt sind. Wette Nummer eins lautet: Wir werden jünger und nicht zu viele. Darin wirft Dettling einen Blick auf die demographische Entwicklung des Planeten und wirbt für einen neuen Generationenvertrag. Wette Nummer zwei behauptet, dass die Welt friedlicher wird, wenn wir es schaffen, die gespaltene Gesellschaft zu versöhnen. Die dritte Zukunftswette lautet: Die Welt wird wohlhabender. Dass die extreme Armut sich verringert, kann der Autor belegen. Weiter lauten seine Thesen, dass Migration Wohlstand schafft und Afrika ein Zukunftskontinent wird.

    Ganz gegen den momentanen Trend heißt die vierte Wette: Die Klimakatastrophe findet nicht statt, da die Menschheit es schafft, sich mit der Ökologie zu versöhnen und einen neuen Kapitalismus entwickelt. Die letzte Wette behauptet: Die Demokratie gewinnt. Zukünftig wird der Despotismus besiegt und das demokratische Denken gestärkt. Im Epilog gibt sich Dettling überzeugt, wenn wir handeln, werden wir die Welt positiv verändern. Doch ihm ist klar, ohne vier Voraussetzungen, wird es nicht gehen: technologischer Fortschritt, Kapitalismus, ein öffentliches Bewusstsein und bürgernahes Regieren.

    Zum Punkt

    Das Buch liest sich sehr gut als Gute-Nacht-Lektüre, um sich positiv auf die Nacht einzustimmen. Grundsätzlich gut fundiert, doch zuweilen etwas einseitig, ist der Blick auf diese Welt. Das Buch wurde ja auch vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine geschrieben. So ist der Autor in seinem positiven Menschenbild bewundernswert: „Wenn wir in den Spiegel blicken, sehen wir vielleicht Angst und Unsicherheit in unseren Gesichtern. Reale Gefahren sehen wir darin nicht“ (S. 191). Auch der Europaglaube ist bei Dettling ungebrochen, wenn er die EU auf dem Weg „der größten Softpower der Welt“ (S.  167) sieht. Europa ist für ihn die „attraktivste Region der Welt“ (S. 147). Leider geben ihm die Investoren mit Blick auf die momentanen Energiepreise nicht recht.

    Trotz schöner Aussichten muss festgestellt werden, dass zumindest die Wette Nummer zwei vorerst verloren ist. Der Ukrainekrieg stiehlt den Frieden und erschüttert mit seinen negativen Auswirkungen die ganze Welt. Wer jedoch genug von schlechten Nachrichten hat, der sollte Dettlings Buch lesen. Und zustimmen kann ich der Wette „Eine bessere Zukunft ist möglich“ schon. Nur daran zu glauben, fällt mir momentan schwer. Vielleicht gehöre ich aber auch zu den Menschen, die den „Immerschlimmerismus“ zumindest teilweise noch nicht überwunden haben.

    Claudia Mohr

    Die Rezension kann als Dokument heruntergeladen werden: https://www.apd.info/wp-content/uploads/2022/11/Rezension-Dettling-Eine-bessere-Zukunft-ist-moeglich.pdf

  5. Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland öffnet sich für die volle Integration Homosexueller in die EmK. Mit strukturellen Veränderungen will sie außerdem die missionarische Ausrichtung der Kirche fördern und stärken. Das beschlossen die rund siebzig Delegierten, die sich vom 24. bis 26. November zu einer außerordentlichen Tagung der Zentralkonferenz in Chemnitz versammelten. Die Zentralkonferenz Deutschland ist das für die Bundesrepublik zuständige höchste Leitungsgremium der EmK.

    Umfassende Integration Homosexueller in die EmK

    Einstimmig bei vier Enthaltungen genehmigten die Delegierten das vorgelegte Beschlusspaket, mit dem eine drei Jahre dauernde intensive Diskussion über die volle Integration Homosexueller und die gleichzeitige Beheimatung traditioneller Haltungen in der Kirche gelöst werden sollte, so der Pressesprecher der EmK, Klaus Ulrich Ruof.

    Für den Weg zu einer gemeinsamen Lösung wäre entscheidend gewesen, dass in der für die EmK aktuell gültigen Kirchenordnung an drei Stellen Änderungen und Anpassungen vorgenommen wurden. Mit diesen Änderungen und durch den Verzicht auf ausgrenzende Formulierungen zur Homosexualität und zu homosexuellen Menschen eröffne die jetzt getroffene Entscheidung die Möglichkeit zur „Segnung gleichgeschlechtlicher Paare anlässlich einer kirchlichen Trauung“ sowie die Ordination Homosexueller für den pastoralen Dienst.

    Gewissensfreiheit garantiert

    In den Beschlüssen sei laut Ruof ausdrücklich die Gewissensfreiheit handelnder Personen und Gemeinden vermerkt. Das bedeute, dass Pastoren oder Pastorinnen nicht verpflichtet werden könnten, „gegen das eigene Gewissen anlässlich einer kirchlichen Trauung gleichgeschlechtliche Ehepaare zu segnen“. Ebenso wäre den Gemeinden die Freiheit eingeräumt, sich für „die Möglichkeit von Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare anlässlich einer kirchlichen Trauung in der eigenen Gemeinde (zu) entscheiden“. Eine Verpflichtung, dass Gemeinden sich dafür öffnen müssten, bestehe nicht. Ebenso könnten Gemeinden signalisieren, dass sie keine Dienstzuweisung eines homosexuellen Pastors wünschen.

    Traditionelle Haltung in der EmK weiterhin beheimatet

    Mit der Öffnung der Kirche gehe die ausdrückliche Bestätigung einher, dass Menschen, die mit veränderten sexualethischen Richtlinien in Gewissensnöte kämen, weiterhin eine geistliche Heimat „in ihrer Kirche“ haben, betonte der Pressesprecher. Um dieser Beheimatung konkret Ausdruck zu verleihen, wäre der „Gemeinschaftsbund in der Evangelisch-methodistischen Kirche“ gegründet worden. In der Vorbemerkung zur Ordnung des Gemeinschaftsbunds stehe, dass neben sexualethischen Themen und Fragen auch darüber hinausgehende „Aussagen zu verschiedenen theologischen Fragen“ dazugehörten, die für die Beheimatung von Menschen im Gemeinschaftsbund und der EmK bedeutsam seien.

    Dem Gemeinschaftsbund könnten sowohl Einzelpersonen als auch Gemeinden beitreten. Für Gemeinden, die sich als Ganzes dem Gemeinschaftsbund anschließen wollen, gebe es klare Regelungen für einen Beitrittsprozess. Auf Basis der schon vorläufig in Kraft gesetzten und jetzt bestätigten Regelungen hätten sich bisher rund siebenhundert Personen und 17 Gemeinden dem Gemeinschaftsbund angeschlossen.

    Das gewachsene Vertrauen vertiefen

    Der Bischof der EmK in Deutschland, Harald Rückert, äußerte sich sehr dankbar über die Art und Weise, wie die Entscheidung zustande kam. Es sei eine besondere Erfahrung gewesen, „dass den Delegierten als Entscheidungsträgern während der Tagung der Zentralkonferenz gelungen ist, was zuvor die Mitglieder am Runden Tisch über eineinhalb Jahre praktizierten: für den anderen zu denken, gut zuzuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen“. Das habe ihn „tief bewegt und berührt“. Besonders hob er „die Stille nach der Beschlussfassung“ hervor: „Es gab keinen wie auch immer gearteter Siegesjubel, sondern tiefe Ergriffenheit angesichts des Geschenks der Einheit mitten in unserer Verschiedenheit.“

    Es sei mit der Beschlussfassung „ein wichtiger Punkt unseres gemeinsamen Weges erreicht“. Die „gemeinsame Reise als Kirche“ gehe aber weiter. Dazu brauche es „Orte und Gelegenheiten, an denen die Wunden der Vergangenheit bei ‚konservativen‘, bei ‚progressiven‘ oder bei ‚queeren‘ Menschen heilen können und Versöhnung geschehen kann“. Außerdem betonte Rückert: „Es braucht noch Zeit, um das gewachsene Vertrauen zu vertiefen und zu noch mehr Selbstverständlichkeit in unserem Miteinander zu finden.“

    Durch Umstrukturierung die Mission stärken

    Mit einer Gegenstimme und wenigen Enthaltungen beschloss die Zentralkonferenz eine weitreichende Umstrukturierung der Gremien- und Verwaltungsarbeit der EmK in Deutschland, um die missionarische Ausrichtung der Kirche zu fördern und zu stärken, teilte Klaus Ulrich Ruof mit.

    Die kirchliche Verwaltungsarbeit werde mit Verringerung der Anzahl von Gremien sowie Reduzierung von Sitzungen verschlankt. Außerdem erhielten die Gemeinden und Regionen vor Ort mehr Freiheiten, ihre Arbeit so zu organisieren, dass projektbezogen und zielgerichtet Schwerpunkte gesetzt werden könnten. Um besonders Ehrenamtliche zu entlasten, sollten die Geschäftsstellen der jeweiligen Jährlichen Konferenzen beispielsweise Verwaltungsaufgaben der Gemeinden wie Buchhaltung und Hausverwaltung übernehmen. Damit könnten Kräfte für inhaltliche und nach außen gerichtete Arbeit gebündelt werden.

    Die Beschlüsse sähen außerdem vor, die regionale Teamarbeit, welche „gemischt professionell“ sein sollte, stark auszubauen. Das bedeute, nicht nur pastorale Kräfte wären im Blick, sondern auch andere Berufsgruppen wie Pädagogen oder Jugendreferenten, die in der Gemeindearbeit berufsspezifische Fähigkeiten einbringen könnten. Insgesamt zielten die Beschlüsse darauf ab, die Gemeinden zu ermutigen, projektbezogen zu arbeiten, neue Möglichkeiten auszuprobieren, Verwaltungsaufwand zu reduzieren und in größeren Netzwerken viele sich daraus ergebende Chancen zu erkennen und zu nutzen.

    Gremien reduzieren, Finanzen einsparen

    Mit dem Beschlusspaket verbunden wäre eine komplette Reorganisation der kirchlichen Gremienarbeit oberhalb der Ortsgemeinden. Die Neustrukturierung soll die Gremien verschlanken und vor allem für Ehrenamtliche den zeitlichen Aufwand außerhalb der Gemeindearbeit reduzieren sowie finanzielle Einsparungen erzielen. Im Zuge dieser Maßnahmen werde auch der Kirchenvorstand von rund dreißig auf gut zwanzig Personen verkleinert. Zudem soll die Aufgabe dieses Gremiums künftig schwerpunktmäßig in Leitung und Steuerung sowie Vernetzung und Information liegen.

    Ein Jahr Übergangszeit

    Ruof wies darauf hin, dass die Umstrukturierung mit der Beschlussfassung nicht komplett festgelegt sei. Viele der vorgeschlagenen Änderungen dienten laut der Erklärungen der Vorbereitungsgruppe zunächst „als Geländer“ und würden „eine grobe Richtung vorgeben“. In einer Übergangszeit von einem Jahr sollen die Voraussetzungen zur Umsetzung des Beschlusspakets geschaffen werden. Ab November 2023 werde dann die kirchliche Arbeit in den neugeschaffenen Strukturen weiterentwickelt.

    Links zu den beiden verabschiedeten Beschlusspakete:

    https://www.emk.de/meldung/mit-gegenseitigem-respekt-zur-loesung

    https://www.emk.de/meldung/die-missionarische-ausrichtung-der-kirche-staerken

    Evangelisch-methodistische Kirche

    Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist eine weltweit strukturierte evangelische Freikirche, die aus einer Erweckungsbewegung in England im 18. Jahrhundert hervorging. Führende Persönlichkeiten am Anfang der Bewegung waren die Brüder John (1703 bis 1791) und Charles (1707 bis 1788) Wesley. Durch Rückwanderer aus England und den USA fasste die EmK auch in Deutschland Fuß.

    Weltweit zählen sich zur Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) etwa zwölf Millionen Menschen. In Afrika, Amerika, Asien und Europa arbeitet die EmK auf Basis weltweiter und ineinandergreifender Strukturen. Sie ist bewusst nicht nationalstaatlich organisiert, sondern arbeitet über Ländergrenzen hinweg.

    Höchstes Leitungsgremium ist die alle vier Jahre tagende Generalkonferenz. Die Zentralkonferenzen sind der Generalkonferenz nachgeordnet und für die jeweilige Region zuständig. Sie tagen in der Regel alle vier Jahre, um formale, finanzielle und manche die Ordnung der Kirche betreffende Entscheidungen zu beschließen.

    Zur EmK in Deutschland zählen sich rund 46.000 Kirchenglieder und Kirchenangehörige in rund 420 Gemeinden. Harald Rückert, Frankfurt am Main, ist der für Deutschland zuständige Bischof. Weitere Informationen: www.emk.de.