APD

Adventistischer Pressedienst
  1. Die Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin und Mitteldeutschland (BMV) hat während der Corona-Krise für ihre Kirchengemeinden in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein „Sorgentelefon“ eingerichtet. Seit 4. April können nicht nur die Mitglieder der Freikirche unter der Telefonnummer 030 85790125 an jedem Tag der Woche zwischen 12 und 24 Uhr mit einem Seelsorger sprechen.

    Laut Pastor Thilo Foth, Berlin, will die Freikirchenleitung in Zeiten der notwendigen Kontaktreduzierung mit unterschiedlichen Maßnahmen und Möglichkeiten der Vereinzelung entgegenwirken. Das Gesprächsangebot sei eines davon. „Es gilt für alle“.

    In der schwierigen Zeit sei es wichtig, Ansprechpartner zu finden, die ein offenes Ohr haben, so Foth. Der erste Ansprechpartner bleibe der Pastor oder die Pastorin vor Ort. Sie könnten jederzeit angerufen und kontaktiert werden. Darüber hinaus bestehe ab sofort die Möglichkeit, sich mit Erfahrungen, Fragen und Anliegen an das „Sorgentelefon“ der BMV zu wenden − „#wirhörenzu“ sei hier das Motto. Etwa 30 ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger unterstützen den Dienst in 4-Stunden-Schichten.

    Die BMV, wie auch die adventistischen Freikirchenleitungen in anderen Bundesländern, bieten eine große Anzahl verfügbarer Medien anstelle der geschlossenen Gottesdienste an. Dazu gehören Andachten, Bibelhilfen und Predigten. Sie sind im Internet unter:
    https://www.adventisten.de/utility/medienraum/alternative-angebote-zu-begegnung-und-gottesdienst/ zu finden.

  2. Die vollständige Bibel kann jetzt in 694 Sprachen gelesen werden. Das teilte der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) im „Global Scripture Access Report“ mit. Damit hätten etwa 5,7 Milliarden Menschen Zugang zum Alten und Neuen Testament in ihrer Muttersprache. Das Neue Testament sei nun in weiteren 1.542 Sprachen übersetzt, zumindest einzelne biblische Schriften in 1.159 Sprachen.

    In fast 4.000 Sprachen noch kein Bibelbuch
    Damit gebe es in 3.395 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel, eine Zunahme von 33 Sprachen. Die Bibelgesellschaften gehen von weltweit rund 7.350 Sprachen aus, zu denen auch 245 Zeichensprachen für Gehörlose gezählt werden. In nahezu 4.000 Sprachen ist deshalb bisher kein Buch der Bibel übersetzt. Zu den neuen Sprachen mit einer vollständigen Bibel gehörten zum Beispiel Ellomwe und Cho-Chin. Ellomwe ist eine Sprache, die von fast 2,3 Millionen Menschen in Malawi gesprochen wird. Cho-Chin nutzen in Myanmar rund 15.000 Menschen.

    Übersetzungen in 1.200 weiteren Sprachen geplant
    Bis zum Jahr 2038 wollen die Bibelgesellschaften Übersetzungen in 1.200 Sprachen fertigstellen. Aktuell gebe es 277 Übersetzungsprojekte. Da sich Sprachen im Laufe der Zeit entwickeln, könne es für die jüngere Generation schwierig sein, ältere Bibelübersetzungen zu verstehen. Deshalb blieben für die Bibelgesellschaften auch Neuübersetzungen und Revisionen für klassische Bibelsprachen wichtig. Bei 40 solcher Projekte erschienen 2019 neue Ausgaben in Sprachen, die von rund 580 Millionen Menschen gesprochen würden. Dazu gehörten eine Bibel im modernen Französisch und ein Neues Testament in der iranischen Sprache Farsi.

    Die Bibel auch für Hör- und Sehbehinderte

    Für elf Gebärdensprachen wurden ebenfalls biblische Bücher übersetzt. Sie könnten von rund 2,8 Millionen Gehörlosen verwendet werden. Die Bibelgesellschaften in Deutschland, Indien und Japan produzierten erste oder neue Bibelausgaben in Brailleschrift. Die Punktschrift gebe Menschen mit Sehbehinderungen einen Zugang zur Heiligen Schrift. Die komplette Lutherbibel 2017 wurde ins DAISY-Format („Digital Accessible Information System“) gebracht. Es ermögliche, die Audioversion zu hören oder die Bibel in Brailleschrift mit Hilfe eines Braille-Displays zu lesen. „Die Bibel in einem zugänglichen Format ist wichtig, weil die Bibel für alle da ist“, erklärte Ingrid Felber-Bischof, Leiterin der UBS-Programme für Menschen mit Sehbehinderungen in Stuttgart.

    Weltverband der Bibelgesellschaften
    Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 148 Mitglieder und sei in mehr als 200 Ländern und Territorien aktiv. Zu den Mitgliedern gehört auch die Deutsche Bibelgesellschaft. Aufgaben sind die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Weitere Informationen unter www.weltbibelhilfe.de/ueber-uns/zahlen-fakten.

    Deutsche Bibelgesellschaft

    Die Deutsche Bibelgesellschaft übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der Bibel. Sie ist eine eigenständige Stiftung. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt sie die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers heraus. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Neben Bibelausgaben finden sich im Programm weitere Bücher und Medien rund um das Thema Bibel.

  3. Durch die aktuelle Corona-Kontaktsperre sind auch Jugendliche auf eine medienvermittelte Kommunikation angewiesen. Deshalb sei es wichtig, sich über die aktuelle Mediennutzung der Jugendlichen zu informieren, die verschiedenen Kommunikationsformen der unterschiedlichen Plattformen im Blick zu haben und insbesondere jüngeren Jugendlichen einen sicheren und positiven Umgang in den Medien zu vermitteln. Hierzu könne, laut mpfs-Pressemitteilung, die gerade veröffentlichte Studienreihe Jugend, Information, Medien (JIM 2019) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) hilfreich sein. Für die repräsentative Studie wurden im Frühsommer 2019 1.200 Jugendliche telefonisch befragt. Die Studienergebnisse sind unter www.mpfs.de abrufbar.

    Laut Studie erweitere sich das Medienrepertoire von Jugendlichen. Aktuell hätten etwa drei von vier Familien ein Abonnement für einen Video-Streaming-Dienst wie beispielsweise Netflix oder Amazon Prime Video abgeschlossen. Auch Musik-Streaming-Dienste seien in zwei von drei Familien vorhanden, etwas seltener wären digitale Sprachassistenten wie Alexa in 16 Prozent der Haushalte vertreten. Beim Musikhören stehe die Nutzung über Musik-Streaming-Dienste wie beispielsweise Spotify an erster Stelle: Zwei Drittel der Jugendlichen hörten mindestens mehrmals pro Woche über Streaming-Dienste Musik. Jeweils etwa jeder Zweite nutze zum Musikhören YouTube oder das Liveprogramm bei Radiosendern. Jeder Zehnte greife auf Smartspeaker zurück. Unabhängig von der Musiknutzung hörten zwei von drei Jugendlichen regelmäßig Radio.

    Bei der Frage nach dem liebsten Online-Angebot stehe YouTube mit deutlichem Abstand auf Platz 1 und werde von knapp zwei Drittel in der spontanen Nennung als das Highlight im Netz genannt. Jeweils ein Drittel nominiere WhatsApp und Instagram, nur rund halb so häufig werde Google oder Netflix präferiert, Snapchat folge knapp dahinter. Bezogen auf die Kommunikation sei eindeutig WhatsApp der bevorzugte Kommunikationskanal, 93 Prozent der 12- bis 19-Jährigen tauschten sich hierüber mindestens mehrmals pro Woche mit anderen aus, 86 Prozent sogar täglich. An zweiter Stelle stehe Instagram, das jeder Zweite täglich nutze (regelmäßig 64 Prozent). Jugendliche, die Instagram nutzen, geben an, dass sie mit ihrem eigenen Account im Schnitt 299 Follower erreichten. Weitere Optionen zur regelmäßigen Kommunikation seien Snapchat (46 Prozent) und deutlich seltener Facebook (15 Prozent) und TikTok (14 Prozent).

    JIM-Studienreihe
    Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR) durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Alle Ausgaben der JIM-Studie von 1998 bis 2019 sind als PDF auf www.mpfs.de abrufbar.

    Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Medienanstalt rlp (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).

  4. Da wegen der Corona-Pandemie in Deutschland keine regulären Gottesdienste mehr in den Kirchengemeinden stattfinden dürfen, bieten auch freikirchliche Pastoren und Gemeinden per Video-Livestream im Internet Gottesdienste an. Doch auch dabei sind eine Reihe von Bedingungen zu beachten. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) in der Bundesrepublik hat jetzt eine „Handreichung zur aktuellen Rechtslage bei Live-Übertragungen und Aufzeichnungen von Gottesdiensten und gottesdienstähnlichen Veranstaltungen“ herausgegeben, die auf einem stetig aktualisierten Infotext des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland basiert.

    Die Handreichung befasst sich unter anderem mit Urheberfragen beim Abspielen von Musik, Einblendung von Liedtexten, urhebergeschützte Medien und der Rundfunklizenz. So seien z.B. auch bei den Online-Gottesdiensten die Urheberrechte seitens GEMA und anderer Lizenzgeber zu beachten. Besonders die Grundanliegen der staatlich verordneten Maßnahmen des Kontaktverbots seien bei den Aufnahmen umzusetzen. Auch müsse Sorgfalt auf korrekte Eintragungen  im Impressum und den Datenschutzerklärungen bei Social Media Kanälen gelegt werden.

    Mit der Handreichung möchte die Freikirchenleitung den örtlichen Kirchengemeinden Handlungssicherheit bei den vielen digitalen Projekten bieten, die jetzt erfreulicherweise vielerorts umgesetzt werden. Dabei seien eben auch die rechtlichen Grundlagen zu beachten, so Pastor Jens-Oliver Mohr, Vizepräsident der Adventisten in Süddeutschland.

    Infotext des BEFG: https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/corona/live-uebertragung/

    Handreichung der Freikirche der STA:
    https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/2020-04-02_Update_Live-U%CC%88bertragung_-_Urheberrechtsfragen_GEMA_Rundfunklizenz_1_.pdf

  5. Mit einer Reihe von Online-Angeboten stellt die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) in der aktuellen Krisensituation Kirchengemeinden und Privatpersonen biblische Inhalte zur Verfügung. Darunter Bibeltexte zu Ostern in der Hörfassung von Rufus Beck, Bibelvers-Sammlungen für Krisenzeiten und neue Bibellesepläne in der App „Die-Bibel.de“. Die Nutzungsbedingungen für die Verwendung von Bibelübersetzungen wurden vereinfacht.

    „Wir erleben eine Krisen-Situation, in der die biblische Botschaft vielen Menschen in besonderer Weise Trost und Zuversicht spendet“, so der DBG-Generalsekretär Christoph Rösel. „Deshalb wollen wir die Kraft und den Zuspruch der Bibel so einfach wie möglich zugänglich machen.“

    Ostertexte gelesen von Rufus Beck
    20 biblische Ostertexte gelesen von Schauspieler und Hörbuchsprecher Rufus Beck stehen kostenlos auf der Website der Deutschen Bibelgesellschaft zur Verfügung. Die Audio-Dateien können sowohl für Rundfunk-Beiträge als auch online ohne vorherige Anfrage verwendet werden. Es genügt ein entsprechender Rechte-Nachweis. Die Texte sind der Gesamtausgabe „Die Bibel. Gelesen von Rufus Beck“ entnommen und erzählen die Ostergeschichte nach Lukas. Außerdem stehen die verschiedenen Evangelientexte für die Gottesdienste rund um Ostern als Hörfassung zur Verfügung. Informationen unter: https://www.die-bibel.de/bibeln/bibelkenntnis/themen-im-kirchenjahr/ostern/ostertexte-gelesen-von-rufus-beck/

    Vereinfachte Nutzungsbedingungen
    Ab sofort können bis auf Weiteres Verse, Abschnitte oder einzelne Kapitel aus der Lutherbibel, Gute Nachricht Bibel und BasisBibel ohne vorherige Anfrage verwendet werden. Das gilt sowohl für kostenlose Veröffentlichungen wie Gemeindebriefe, als auch für Rundfunkbeiträge und digitale Veröffentlichungen wie Websites, Newsletter, Blogs, Online-Gottesdienste und Videoandachten. Diese Regelung gilt für Kirchengemeinden, Werke, Verbände und Privatpersonen. Lediglich ein Copyright-Vermerk ist an geeigneter Stelle anbringen. Informationen unter: https://www.die-bibel.de/ueber-uns/verlag/lizenzen/